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Märklin Steuerwagen mit c96

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Als ich meinen ersten Wendezug zusammenstellen wollte, fiel meine Wahl auf den Märklin Steuerwagen 4257. Er ist mit Schleifer und wechselnder Stirnbeleuchtung ausgestattet, sodaß ich der Meinung war ein sofort einsetzbares Produkt zu kaufen. Im Katalog war zu lesen: Bei schiebender Lokomotive (Steuerwagen vorraus) leuchtet am Steuerwagen ein weißes Dreilicht-Spitzensignal. Das Foto daneben zeigte zwar hellgelbe Lichter, aber das erschien mir erträglich. Als ich den Wagen zum ersten Mal auf meiner Anlage testete, war die Enttäuschung groß. Das weiße Dreilicht-Spitzensignal entpuppte sich als widerliches dunkelgelb! Zu einer alten Dampflok oder anderen Albaulokomotive mag ein romantisches, gelbes Licht passen, aber das war hier ein moderner Steuerwagen. Es sah einfach nur widerlich aus. Meiner Meinung nach spart Märklin am falschen Ende, wenn man billige LEDs statt richtiger Glühbirnen einsetzt.
Der Lichtwechsel wird durch einen Schleppkontakt am vorderen Drehgstell geschaltet. Am Anfang funktionierte es recht zuverlässig, abgesehen von Bergauffahrten. Wird der Steuerwagen gezogen, brennen die roten Lampen. Hält man an der Steigung an, gehen sie aus, oder schalten sogar auf gelb um. Mit der Zeit funktionierte der Umschalter immer schlechter, sodaß oft nur noch das rote Licht ging, selbst auf ebenen Strecken.
Nachdem ich einen Roco-Steuerwagen erfolgreich mit einem korrekten Lichtwechsel und Innenbeleuchtung ausgestattet hatte, sollte auch der Märklin-Wagen drankommen. Da dieser Wendezug insgesamt aus nur zwei Wagen besteht, entschloß ich mich zum Einsatz eines Funktionsdekoders c96 (60960). Dieser kann mit bis zu 200 mA pro Ausgang belastet werden, also ausreichend für kurze Züge. Bei langen Zügen bevorzuge ich die Kombination k73 (6073) mit einem bistabilem Relais, da dieses bis zu 2500 mA schalten kann.

Um für den Dekoder Platz zu schaffen, entfernte ich mit dem Minikreissägenblatt eines Bohrschleifers Teile der Inneneinrichtung im Gepäckabteil und klebte den Dekoder samt Halteplatte ein (grüner Pfeil). Wie üblich verband ich das rote Kabel mit dem Schleifer und das braune mit dem Masseschleifer. Das violette Kabel wird nicht benötigt, sodaß ich es direkt am Dekoder ablötete. Die Funktionsausgänge f1 und f2 dürfen stärker belastet werden, sodaß ich diese für die Innenbeleuchtung vorsah. Das rot-braune f1-Kabel verlegte ich unter der Inneneinrichtung zur stromführenden Kurzkupplung. Diese Leitung soll ausschließlich den angehängten Wagen mit Strom versorgen. Im Gepäckabteil brachte ich eine extra Glühbirne an und verband sie mit dem orangenen und dem gelb-braunen Kabel der f3-Funktion. So kann der Gepäckraum separat beleuchtet werden. Die weiß-braune f4-Leitung verband ich mit der Lichtwechselelektronik (roter Pfeil), wobei ich orange als Rückleitung benutzte. Nun war die Stirnbeleuchtung abschaltbar, denn es sah nicht vorteilhaft aus, wenn das Licht immer angeschaltet ist. Das grün-braune Kabel der Funktion f2 verband ich mit meiner selbstgebauten Innenbeleuchtung. Mehr dazu steht unter Innenbeleuchtungen selber bauen. Als Rückleitung benutzte ich das orange Kabel, damit es nicht flackert.

Das Problem ist der über die einpolige Stromkupplung 7319 angeschlossene, zweite Wagen. Das rot-braune Kabel der Funktion f1 versorgt diesen Wagen mit Strom, aber als Rückleitung kann man nicht das orange Kabel benutzen, es sei man benutzt mehrpolige Stromkupplungen von Fleischmann oder Roco. Diese sind aber sehr teuer. So bliebe nur der Anschluß an die Masseschleifer des Drehgestells und das Licht würde flackern, aber das wollte ich nicht. Ich montierte probeweise an diesen Wagen einen Masse- UND einen Mittelschleifer und baute mit zwei Dioden 1N4001 den positiven Teil des Dekodergleichrichters gleich. Damit habe ich nun das selbe Potential wie beim orangenen Kabel. Es ist das selbe Prinzip, wie bei der Diodenlösung der flackerfreien Lokbeleuchtung. Dieses funktioniert einwandfrei, aber man benötigt einen weiteren Schleifer.

Deshalb entschied ich mich zum Einsatz eines monostabilen Relais. Dieses kleine sogenannte Reedrelais bekommt man beim Elektronikversand. Es reicht ein einfacher Schließer wie z.B.

MEDER DIP241A7212L
MEDER DIP242A7212D

Das zweite Relais besitzt eine Funkenlöschdiode paralell zur Spule, aber es geht auch ohne. Ich hatte noch ein MEDER DIP24C9051L herumliegen, das einen Umschaltkontakt besitzt. Wie im Schaltplan oben ersichtlich, benutze ich aber nur einen Kontakt. Das rot-braune Kabel der f1-Funktion wird an die Spule angeschlossen und das orange Kabel dient als Rückleiter. Das rote Kabel vom Schleifer wird über den Umschaltkontakt des Relais zur Strom-KK geführt. Wenn man f1 aktiviert, wird das Relais geschlossen und die Birnen im angehängten Wagen mit Strom versogt. Dieser Digitalstrom enthält negative und positive Spannungen und deshalb kann man die Birnen auch an Schienenmasse (braun) anschließen, ohne das das Licht flackert. Ein Pukoscheifer im zweiten Wagen wird nicht mehr benötigt.
Ich entschloß mich zur besseren Ausleuchtung nun vier statt drei Birnen in dem Wagen zu verwenden. Außerdem kann man so auch mehrere Wagen anhängen, da der Dekoder selbst nicht belastet wird. Der Dekoder schaltet nur das Relais und da die Spule einen Widerstand von etwa 2 K-Ohm hat, wird weniger Strom verbraucht als bei einer Glühbirne.

Als nächstes musste unbedingt etwas gegen die u r i n g e l b e Stirnbeleuchtung unternommen werden. Ich kaufte beim Elektronikversender Völkner Ultra-Micro-Glühlampen 1,2 V/12-15 mA 014-047-622. Ich wollte die gelben LEDs durch weiße Birnen ersetzen. Obwohl die Birnen LED-ähnliche Werte aufweisen waren sie sehr hell, sodas ich vor jede einen 130 Ohm Widerstand schaltete. Ich begann mit dem oberen Licht indem ich die gelbe LED auslötete und sie durch Birne und Widerstand ersetzte. Da diese Birne deutlich kleiner ist, füllte ich das Loch im Gehäuse mit einen Stück Trinkhalm aus. Bei den unteren Zweifarben-LEDs sind die jeweils äusseren Anschlüsse zu durchtrennen. An diesen Anschluß und den mittleren Pin der Zweifarben LED sind wiederum je eine Microbirne und ein 130 Ohm Widerstand anzulöten. Die Birnen klebte ich auf die LEDs, sodaß der farblose "Diffusor" das Licht wie ein Lichtleiter aufnahm und es nach vorne leitete. Das Ergebnis war fantastisch und sehr realistisch. Man muß aber unbedingt auf korrekte Verbindungen achten. Die LEDs und Birnen sind so merkwürdig beschaltet, das, wenn eine durchbrennt, gleich die beiden anderem mit durchbrennen. Das kostete mich in kürzester Zeit 7 Birnen. Ein zweites Ärgernis blieb der mechanische Umschalter, sodaß ich erneut alles änderte.

Ich entfernte den Schleppschalter und wollte den Lichtwechsel über f4 (weiß) und f3 (rot) schalten. Da solche Routineaufgaben bei mir der Computer synchron zur Loksteuerung übernimmt, ensteht mir kein Nachteil. Reine Control-Unit Fahrer haben zwar dadurch zusätzliche Arbeit, aber der Lichtwechsel funktioniert zuverlässig. Ich entfernte also Schleppschalter und Elektronik komplett und lötete die Zweifarben-LEDs aus. Den "gelben Anschluß" kniff ich bündig ab, damit er später nicht stört. Dann klebte ich beide LEDs so in das Wagenhäuse ein, das sie vorne gerade heraussahen. Ich verband sie über 2,2 Kiloohm-Widerstände mit dem gelb-braunen Kabel der f3-Funktion und mit dem orangenem Kabel. Aus dem oberen Loch entfernte ich den Trinkhalm und stecke eine Märklinbirne 61 00 40 hinein. Diese paßt perfekt. Damit sie trotzdem nicht herausrutschen kann, befestigte ich sie mit einem kleinen Tropfen lösungsmittelfreien Klebers. Diese Glühbirne wird im Digitalsystem sehr heiß, aber ich hatte noch jede Menge von anderen Lokumbauten herumliegen, sodaß ich sie hier verwenden wollte. Wie im Schaltplan ersichtlich, lötete ich einen 180 Ohm Widerstand hinter die Birne. Dadurch ist sie weniger hell und nicht so heiß. Die beiden anderen weißen Birnen schaltete ich in Reihe, damit sie weniger hell scheinen und verband alles mit dem weiß-braunen Kabel der f4-Funktion. Die Birnen klebte ich mit transparentem Kleber von unten auf die LEDs, sodaß der farblose "Diffusor" das Licht wie ein Lichtleiter aufnahm und es nach vorne leitete (grüner Pfeil). Damit durch den den Gehäusespalt kein Licht dringt, klebte ich kleine, schwarze Paperstreifen auf die Birnen (roter Pfeil).

Das Ergebnis überzeugt, wie das Foto beweist. Endlich fährt der Steuerwagen nicht mehr mit "französischem Nebellicht" herum. Die Zielanzeige ist zwar nun nicht mehr extra beleuchtet, aber da sowieso nichts dort angezeigt wird, reicht das sanfte Mitleuchten von der oberen Birne völlig aus. Ein optischer Leckerbissen war der pißgelbe Balken vorher auch nicht.