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Personenwagen mit
RTS-Stromkupplungen

English Text


Will man Personenzüge beleuchten, so muß jeder Wagen normalerweise einen Pukoschleifer haben. Dadurch lassen sich die Züge sehr schwer ziehen und so manche Lok zeigt sich an der Steigung überfordert. Alternativen sind stromführende Kupplungen von Märklin, Fleischmann oder Roco. Alle haben irgendwelche Nachteile. Die vierpolige von Roco ist teuer und für normale Personenzüge braucht man nur einpolige Ausführungen. Die zweipolige von Fleischmann ist kaum billiger und läßt sich nur umständlich trennen. Relativ günstig ist die von Märklin, aber die läßt sich am schwersten Trennen. Beschädigungen an der Kupplungskulisse bleiben nicht aus.
Die Firma RTS bietet Stromkupplungen an, die auf der üblichen Märklin-Kurzkupplung basieren. Statt einer Vorentkupplung haben sie eine Kontaktfeder. Von einem Kupplungspaar ist nur eine Kupplung mit einem Bügel ausgestattet. Die andere Kupplung läßt sich aber mit separat zu bestellenden Bügeln nachrüsten. Obwohl sie wie übliche Kurzkupplungen aufgebaut sind, kuppeln sie aufgrund der Kontaktfeder nicht so weich. Wenn man zwei Waggons per Hand zusammenschiebt kuppeln sie sofort ein, aber es klappt nicht im Spielbetrieb mit einer Rangierlok. Der andere Wagen rollt einfach weg.
Das Entkuppeln ist auch nicht ganz problemfrei. Schon die normalen Kurzkupplungen von Märklin wiedersetzen sich Entkupplungsversuchen auf Entkupplungsgleisen, wenn die Kupplungen noch auf Zug belastet sind. Schiebt man den Zug zusammen, um die Kupplungen zu entlasten, klappt es meistens. Bei den RTS-Kupplungen ist es ähnlich. Hier halten aber die Kontaktfedern die Kupplungen zusätzlich auf Spannung. Schiebt man den Zug zusammen, oder läßt es von einer zweiten Lok tun, lassen sich auch die RTS-Kupplungen auf einem Entkupplungsgleis entkuppeln.

Der Einbau ist denkbar einfach. Die RTS-Kupplung wird nur in den Kupplungsschacht gesteckt. Wagen, die vorher mit der Märklin-Stromkupplung ausgestattet waren, haben im Schacht eine Kontaktfeder. Damit ist die Arbeit schon erledigt. Bei allen anderen empfiehlt RTS ein Stück abisolierter Litze mit in den Schacht zu stecken. Mit dieser Lösung hatte ich schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder verklemmte das Kabel im Schacht, das sich die Kupplung nicht oder mit roher Gewalt einstecken ließ, oder das Kabel ist zu locker sodaß es zum Wackelkontakt kam bzw. das Kabel nach einiger Zeit ganz herausrutschte. Aus diesem Grund habe ich es an der Kontaktfeder angelötet (grüner Pfeil). Der elektrische Kontakt der RTS-Kupplung untereinander ist sehr gut. Es kommt zu keinem Wackelkontakt.
Bei manchen Wagen ist wenig Platz zwischen der Kupplungskulisse und dem Drehgestell. In S-Kurven verhaken sich die Enden der Kupplung und das Drehgestell manchmal und der Wagen entgleist. Bei der RTS-Kupplung steht dort die Kontaktfeder etwas weiter heraus (oranger Pfeil), sodaß es noch schneller zu einer Berührung kommen kann. Mit einem Seitenschneider schnitt ich die hier rot eingefärbten Teile heraus. Die Stabilität des Drehgestells wird nicht beeinflußt, weil die Achse mittig durch eine Klammer gehalten wird.
Bei manchen Wagen, wie bei den Silberlingen von Roco, ist der Wagenabstand etwas geringer. Die Gummiwulstimitationen berühren sich, bevor die Kupplungen einhaken können. Zur Abhilfe habe ich die Kupplungen nicht ganz in den NEM-Schacht eingesteckt und mit einem Tropfen lösungsmittelfreiem Kleber fixiert.

Auch hier verwendete ich meine Selbstbauinnenbeleuchtungen. Die Materialkosten belaufen sich auf etwa 1 DM pro Wagen. Wie im Foto ersichtlich schnitt ich kleine Stücke aus einer Experimentierplatine und lötete die Birnen an. Dann wurde alles unter dem Wagendach festgeklebt und die restlichlichen Kabel angelötet. Auch wenn das Löten innerhalb des Wagenkastens schwierig aussieht, gestaltet sich der Birnentausch einfach. Manche der 24V-Birnen werden so warm, das man sie z.T. nicht mehr mehr anfassen kann. Es besteht aber nicht die Gefahr, das sich das Kunststoffdach thermisch verformt, auch wenn die Glühbirnen direkten Kontakt mit dem Plastik haben. Zusätzlich klebte ich Streifen aus hellem, zum Teil lichtdurchlässigem Klebeband auf die Birnen. Es dient in erster Linie dazu das Licht etwas zu dämpfen, sodaß direkt unter der Glühbirne kein heller Fleck entsteht.

Wie das Foto beweist, ist der Wagen schön gleichmäßig ausgeleuchtet, obwohl ich vollständig auf einen Lichtleiter verzichtet habe.