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Dekodertester

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Lokdekoder sollten laut Aussagen der Firma Märklin nur vom Fachhändler eingebaut werden. Dieser hat aber meist keine Zeit, verlangt zu viel Geld oder kann diverse Sonderwünsche nicht erfüllen. Baut man dagegen einen Dekoder selbst ein, und der geht dann nicht, kann man schlecht die ganze Lok zu Märklin schicken, sondern man muß den Dekoder arbeitsaufwendig wieder ausbauen. Sinnvoll wäre es den Dekoder vorher zu testen. Dazu wollte ich mir mit möglichst einfachen Mitteln selber ein Testgerät bauen. Als mir ein ausgeschlachtetes Relais 7244 in die Hände gelangte, fiel mir auf, das die 10 Klemmen genau ausreichen würden, um alle Funktionen eines 60901/2 bzw. 60960 testen zu können.

Wie im Schaltbild ersichtlich werden an die beiden linken Klemmen zwei Kabel angelötet, die zur Control Unit führen. An die beiden nächsten beiden habe ich einen alten LFCM-Motor mit HAMO-Magnet aus einer V100 angeschlossen. Damit die Regelung vernünftig funktioniert habe ich einen 10 Om Widerstand in die blaue Zuleitung vor die Drossel eingebaut. Man könnte die grundlegende Funktion der Motorausgänge mit LEDs testen, aber so läßt sich auch überprüfen, ob der Motor korrekt auf alle Fahrstufen reagiert, die Funktionalität der Potis für Verzögerung und Höchstgeschwindigkeit gegeben ist und ob sich der "Rangiergang" f4 beim 60901/2 aktivieren läßt. Die mechanische Verankerung des Motors geschah einfach, indem ich ihn mit dem Stator auf der Holzplatte festklebte.
Ganz rechts werden das violette und das orange Kabel angeschlossen. Der 1 Kilo-Ohm Widerstand wird benötigt, weil ich zur Anzeige der Sonderfunktionen LEDs benutze. Verzichtet man auf den 130 Ohm Widerstand beim violetten Kabel, dann funktionieren die anderen LEDs nicht oder sind zu dunkel. Ich vermute das liegt daran, das das violette Kabel direkt an die Gleichrichterdioden des Dekoders angeschlossen ist, während die Funktionskabel über den 701.22 laufen. Der Strom sucht sich eben immer den Weg des geringsten Widerstandes. Sobald der Dekoder angeschlossen ist und die Control Unit online, leuchtet die ganz rechte Diode. Sie signalisiert aber nur, das der Dekoder mit Strom versorgt wird. Die nächten vier Leitungen dienen zur Überprüfung der Sonderfunktionen f1 bis f4. Der Standard 60901/2 hat nur f1 und f2, der 60960 aber 4 Sonderfunktionen. Zu guter Letzt kommen das gelbe und graue Kabel der fahrtrichtungsabhängigen Funktion f0. Dort habe ich gelbe LEDs genommen. Deren innerer Widerstand war in meinem Fall etwas anders, sodaß ich einen 80 Ohm Widerstand vorschalten mußte, weil die roten LEDs der anderen Sonderfunktionen sonst zu dunkel wurden. Man muß beim Nachbau mit den Vorwiderständen halt etwas experimentieren.

Mit einfachen Mitteln ist es mir gelungen einen Dekodertester zu bauen. Sicherlich, eine Schönheit ist er nicht, aber mir reicht es. Wer will kann ja alles in ein ordentliches Gehäuse stecken. Man muß als Motor nicht unbedingt einen Märklinmotor nehmen, es es geht auch ein üblicher Gleichstrommotor, wie er beim Elektronikversender zu finden ist. Auf jedenfall machen die Lokumbauten mehr Spaß, wenn man schon vor der ersten Probefahrt die Gewißheit hat, das man einen voll funktionsfähigen Dekoder einbaut.