Make your own free website on Tripod.com

Roco BR 798 mit 6090 und 60960

Sonderfunktionen:

Schaltbare Schlußlichter
Innenbeleuchtung

Sorry, only german text


Triebwagen lassen sich genauso universell einsetzen wie Wendezüge, und sollten auf keiner Anlage fehlen, besonders wenn ein Kopf- oder Endbahnhof vorhanden ist. Während der Märklin ETA 515 trotz des auffälligen Motorblocks im inneren recht ansehnlich ist, ist der Schienenbus aus den HOBBY-Programm eine echte Zumutung. Alternativen gibt es z.B. von Roco. Als bei meinem Händler das Auslaufmodell 43968 (Motorwagen und Steuerwagen) und den Mittelwagen 43969 zum Sonderpreis gab, habe ich gleich zugschlagen. Bei diesem Preis lohnt der Umbau und die Mehrkosten für die Digitalkomponenten.

Einen Schienenbus mit einem c90-Dekoder auszustatten ist aufwendiger, als bei anderen Roco-Loks. Wer noch nie eine "NICHT-Märklin"-Lok digitalisiert hat, sollte dieses Projekt zurückstellen und erst Erfahrungen mit anderen Umbauten sammeln. Begonnen habe ich mit dem Umbau des Motorwagens. Nachdem man die Zughakenimitatioen an beiden Seiten herausgezogen hat, kann man das Gehäuse abnehmen. Anschließend habe ich in brutaler Manier alle Kabel abgekniffen, um den Wagen bequem zerlegen zu können. Zur Entfernung der Inneneinrichtung, müssen die Lichtleiter herausgezogen werden. Dann entfernte ich das Relais mitsamt der grauen Platikumrandung. Anschließend habe ich die Fenster herausgedrückt, um an die Platine für die Innenbeleuchtung zu kommen.

In der Wechselstromausführung ist nur eine Birne eingelötet. Das bewirkt, das bei eingeschalteter Innenbeleuchtung das obere Spitzensigal leuchtet. Das ändert sich auch nicht, wenn man die Fahrtrichtung wechselt. Diese 12 Volt-Birnen werden im Märklin-Digitalsstem recht heiß, und weil sie dicht unter dem Dach sitzen, befürchtete ich das sich Plastikgehäuse verformen könnte. Ich tauschte die Birne gegen eine 16V-Birne von Völkner und lötete eine zweite Birne ein und ein drittes Kabel an.

Entsprechend der Fahrtrichtung brennt nun das eine oder andere obere Spitzensignal und die Innenbeleuchtung in beiden Fahrtrichtungen. Da ich vorhabe den Motorwagen nie allein fahren zu lassen, brach ich den Lichtleiter für das obere Spitzensignal jenen Füherstandes ab, der immer an den Beiwagen gekuppelt ist (grüner Pfeil). Nun wird vielleicht jemand fragen, warum der Aufwand mit den 2 Birnen, wenn ein Spitzensignal "blind" gemacht wird? Nun, es sieht sicherlich wenig realistisch aus, wenn bei schiebendem Motorwagen hinten zwei rote und ein weißes Licht brennen. Natürlich, es ist aufwendig, aber ich will einen korrekt funktionierenden Schienenbus. Die drei Kabel werden später mit gelb bzw. grau des Funktionsausganges verbunden. Das dritte Kabel kommt an die orange Rückführung eines 60902 oder über zwei Dioden an Masse/Fahrstrom.
Der Schienenbus hat einen fünfpoligen Mittelmotor mit schräg genutetem Anker zur Vermeidung eines magnetischen Rastmoments (roter Pfeil) und eine kleine Schwungmasse (die aber nicht viel bringt) (blauer Pfeil). Der Antrieb geschieht über zwei Schneckengetriebe (gelbe Pfeile) auf beide Achsen. Es ist zwar eine Inneneinrichtung vorhanden, aber dort können nur "halbierte" Preiserlein Platz nehmen.

Als nächstes habe ich mich um das Fahrgestell gekümmert. Wenn man die Achsblenden seitlich herausschiebt (grüne Pfeile), kann das Plastikmittelteil mit dem Schleifer ausgeklipst werden (oranger Pfeil). Die Platine mit den Radschleifkontakten kann nun ebenfalls herausgenommen werden (roter Pfeil). Normalerweise führt bei der analogen Ausführung der Rahmen Fahrstrom. Der Grund ist das kleine Kupferblech, das in der Mitte der Platine befestigt ist (violetter Pfeil). Die beiden seitlichen Federbleche für die Birnen, sind mit den Radschleifern verbunden (blaue Pfeile).

Das muß alles geändert werden. Zuerst durchtrennte ich die Verbindung der Federbleche der Birnen zu den Radschleifern an der dünnsten Stelle (violette Pfeile).. Dort wird später das gelbe und das graue Kabel angelötet. Als zweites trennte ich die Verbindung Schleifer - mittleres Federblech und lötete eine Diode 1N4001 (roter Pfeil).dazwischen. Eine zweite Diode kommt daneben und wird mit der Masse der Radschleifer verbunden (grüner Pfeil). Die Kathoden sind BEIDE mit dem Rahmen verbunden, nicht andersherum. Jetzt hat der ganze Rahmen Dekoderplus, also wie das orange Kabel eines 60902-Dekoders, was flackerfreies Licht ermöglicht (siehe Seite 15: Neue Loks). Verwendet man einen 60902-Dekoder, kann man diese Dioden weglassen und das orange Kabel direkt mit dem Rahmen verbinden. An die Federbleche die zum Motor führen, habe ich zwei Drosseln mit je 3,9 uH gelötet (orange Pfeile).. Damit sie in die Lücken unter den Birnen passen, muß ein kleiner Teil der Platine weggefräst werden, sonst kann der Schleifer nicht eingeklipst werden.

Die Platine mit den Radschleifern wieder einzusetzen erfordert etwas Geschick, damit die Motorkontakte korrekt anliegen, und auf keinen Fall den Rahmen berühren. Zuerst war ich der Meinung es wäre einfacher den Motor auszubauen, der nur mit einer Schraube befestigt ist (violetter Pfeil). und zuerst die Platine einzusetzen, aber genau das Gegenteil war der Fall. Es bereitete erhebliche Probleme den Motor wieder in den Schienenbus einzubauen. Die kleinen "Hundeknochen", die als Kardangelenk fungieren (gelbe Pfeile). und den Motor mit den Schneckengetrieben verbinden, rutschen gerne heraus. Wenn man je einen Tupfen gut haftendes Fett in die Hülsen gibt, bleiben sie an ihrem Platz. Sollte es immer noch nicht gehen, sollte man zuersten den Motor ohne "Hundeknochen" einsetzen und festschrauben. Anschließend werden die Schrauben der Schneckengetriebebox gelöst und der Deckel abgehoben. Nun wird das Kardangelenk in die Plastikhülse der Schnecke geschoben, und mit der Motorwelle verbunden, während die Schnecke in den Getriebekasten zurückgelegt wird. Deckel wieder festschrauben, fertig. Das ganze wird dann mit dem anderen Getriebe wiederholt. So muß man nur ein Gelenk zu Zeit zusamensetzen, was natürlich einfacher ist.

Toll, jetzt wissen wir also wie man den Motor wieder einsetzt, den man vernünftigerweise garnicht herausnehmen sollte, aber die Platine ist immer noch nicht montiert. Wenn man sie einfach mittels drücken und schieben einsetzt, verbiegen die Kontaktblecke und im schlimmsten Fall geht der Dekoder hoch (falls es kein kurzschlu§fester 60902 ist), weil einer der Motoranschlüsse den Rahmen berührt. Meist es weniger dramatisch und nur der Radkontakt ist schlecht. Die folgende Lösung ist wiederum etwas aufwendiger, aber sie erfordert kein bastlerisches Geschick. Ich löste die 6 Schrauben an der Fahrgestellunterseite, entfernte Getriebedeckel und Achsen, und konnte die Platine bequem einsetzten. Wenn der Motorwagen solo fahren soll, kann man die haftreifenbesetzte Achse gegen eine normale austauschen, um den elektrischen Kontakt zu verbessern. Die geringere Zugkraft ist vernachlässigbar, weil niemals ein langer Zug dranhängt. Dennoch könnte es auf alten M-Gleis Weichen mit ihren Plastikschienen oder auf C-Gleis Traktionsprobleme geben, weil diese rutschiger sind. Nun muß nur noch ein Kabel an den Schleifer gelötet werden und man kann die ganze Abdeckplatte wieder einsetzen. Leider nehmen die zusätzlich angebrachten Dioden und Drosseln doch etwas zuviel Platz weg, sadaß die Platte nicht ganz paßt und sich etwas nach unten biegt.

Jetzt stellt sich die Frage, wo der Dekoder befestigt werden soll. Entscheidet man sich für der Lösung wie Roco das Umschaltrelais platziert hat, wird es sehr schwierig den Dekoder einzustellen. Der Schienenbus kann nämlich dann nicht ohne Gehäuse fahren, weil es AUF der Inneneinrichtung liegen würde. Ich besorgte mir eine Dekoderhalteplatte 258820 und klebte sie direkt auf den Motor. Man könnte zwar auch den Dekoder mit der Hülle direkt aufkleben, aber mit meiner Lösung läßt er sich leichter auswechseln. Auf jedenfall darf man nicht zu viel Kleber nehmen, damit nichts in den Motor gelangt. Damit die Inneneinrichtung wieder paßt, muß in der Mitte ein Stück herausgeschnitten werden. Als Lötstützpunkt für die oberen 3 Kabel der Innenbeleuchtung, habe ich ein Stück Experimentierplatine auf den Rahmen geklebt (roter Pfeil). So kann der Schienenbus ohne Gehäuse fahren und man kann die Potis für Höchstgeschwindigkeit und Verzögerung bequem erreichen.
Wie zu erwarten war das Fahrverhalten des Motorwagens nicht optimal. Der kleine Pukoschleifer hatte bei Langsamfahrt Kontaktprobleme, aber noch schlimmer waren die Masseprobleme. Es sind beide Achsen angetrieben, davon besitzt eine zwei Haftreifen. Es ist also nur EINE einzige Achse zur Stromaufnahme geeignet, was in der Praxis erhebliche Probleme bereitet. Immerhin fuhr der Schienenbus bei mittlerer Geschwindigkeit gut bis...

nächste Seite