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Roco-Lok auf Märklin-Digital umgebaut

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Unter Märklin Loks beschrieb ich wie man Märklin-Lokomotiven auf Digitalbetrieb umbaut. Besonders gute Fahreigenschaften verschafft der geregelte c90-Dekoder. Bei den neueren Trommelkollektormotoren (DCM = drum comutator motor) reichte es das 6090-Antriebsset zu montieren indem Stator, Rotor und Motorschild ausgewechselt wurde. Ältere Loks konnten durch einen HAMO-Stator 6090-tauglich gemacht werden, indem man den Allstrommotor zu einen Gleichstrommotor umbaut.

Nur Märklinloks?

Fast alle anderen Hersteller benutzen ausschließlich Gleichstrommotoren für ihre Loks und trotzdem gibt es dort sogenannte Wechselstrommodelle zu kaufen. Diese Fahrzeuge haben den obligatorischen Mittelschleifer und etwas anders geformte Radsätze, damit sie nicht auf Märklinschienen entgleisen. Ferner haben sie ein Umschaltrelais zum wechseln der Fahrtrichtung. Abgesehen von weiteren konstruktiven Unterschieden beim Getriebe fahren solche Loks meist genauso gut wie die Originale von Märklin. Könnte man diese Loks auch mit einem geregelten c90-Dekoder ausrüsten? Man kann! Allerdings ist, abhängig vom gewählten Modell, die Arbeit aufwendiger. Relativ einfach umzubauen sind die sogenannten Einheits-Elektroloks der Baureihen 110, 140, 141 und 150 von Roco. Weil all diese Loks Drehgestelle haben, sind sie auch bei hohen Geschwindigkeiten relativ entgleisungsicher, was auf Dampfloks oder Altbauelloks mit Vorlaufachsen nicht immer zutrifft.

BR 141

Meine Wahl fiel auf die Mehrzwecklokomotive der Baureihe 141, da das Märklinmodell aus den 50er Jahren in Sachen Detaillierung heute nicht mehr zeitgemäß ist. Selbst Märklin bietet es nur noch im sogenannten Hobby-Sortiment an. Außerdem hat diese Lok nicht nur den einfachen Lichtwechsel, sondern bietet rote Rücklichter, wie auf den Bildern gut ersichtlich ist.

Als erstes wird das Plastikgehäuse unten abgespreizt und nach oben abgehoben. Dann wird die Platine mit em Fahrtrichtungsumschalter entfernt. Bei der 141 sitzt er öberhalb des Drehgestells, wo bei der Gleichstromversion das Schneckengetriebe sitzt. Aus diesem Grund sind bei der 141 nur 2 Achsen eines Drehgestells angetrieben. Bei Lokomotiven der Baureihe 110 oder 140 sitzt der Fahrtrichtungsumschalter unten der Lok, zwischen den Drehgestellen. Bei diesen Loks sind beide Drehgestelle angetrieben. Wenn der achtpolige Schnittstellenstecker oben auf der Hauptplatine ausgesteckt wurde, ist der Umschalter so gut wie ausgebaut.
Im Gegensatz zu Dekodern von Lenz oder Uhlenbrock kann der c90 Dekoder von Märklin nicht einfach anstelle des Umschalters eingesetzt werden, weil er zu groß ist. Trotzdem empfehle ich den Einbau dieses geregelten Dekoders, weil er der Lok zu fantastischen Langsamfahreigenschaften verhilft.

Fräsarbeiten

Da Lokomotiven von Roco ein Kunststoffgehäuse haben, muß der Rahmen entsprechend schwer gebaut werden, und deshalb ist im inneren sehr wenig Platz. Der längs eingebaute Mittelmotor mit Schwungmassen verschärft die Lage noch. Um Platz zu schaffen entfernte ich ein Stück der Platine über dem Motor. Das geht natürlich nicht bei allen Loks, denn manche haben dort die Glühbirnen für die Stirnbeleuchtung sitzen. Solche Loks kaufe ich normalerweise nicht, da bedingt durch die langen und oftmals geknickten Lichtleiter, nur sehr wenig Licht vorn beim Führerstand ankommt.ybr> Mit einer Miniflex trennte ich die Platine kurz hinter den Federblechen der Motoranschlüsse durch (roter Pfeil). Bei meinem ersten Umbau habe ich mehr weggeschnitten, und so mußte ich die Kabel direkt an die Motoranschlüsse löten. Der zweite Schnitt folgte in etwa 4 cm Abstand (gelber Pfeil). Auf dem Foto ist gut zu erkennen, wieviel Platz man für den Dekoder braucht. Es ist unbedingt darauf zu achten, das keiner der beiden Motoranschlüsse den Rahmen berührt.

Sollte das im Betrieb doch geschehen, sind sofort die Leistungstransistoren des Dekoders (grüne Pfeile) zerstört. Diese lohnt es noch zu ersetzen, wenn man gut löten kann, aber meist ist auch der Hauptprozessor 701.13 (violetter Pfeil) beschädigt. Gleiches gilt auch für die Transistoren der Funktionsausgänge (orange Pfeile), die hier das Licht steuern sollen.

Dekodereinbau

Damit die Anschlüsse der Dekoderrückseite auf dem Motor keinen Kurzschluß verursachen, habe ich zwei Streifen Tesa-Krepp über Motor und Rahmen geklebt. Das mag primitiv anmuten, ist aber sehr wirkunksvoll. Mit diesem Klebestreifen wird der Motor zusätzlich fixiert, der jetzt nur noch lose im Rahmen liegt. Vorher hatte die Platine auf den Motor gedrückt und ihn so festgehalten. Als nächstes habe ich die Adresse des Dekoders eingestellt, denn das ist später nicht mehr möglich, weil der Dekoder auch nur mit einem Klebestreifen befestigt wird (siehe Foto). Die beiden Potis für die Einstellung der Höchstgeschwindigkeit und der Beschleunings bzw. Anfahrverzögerung habe ich frei gelassen. Diese Art der Befestigung hat sich bewährt, weil ich bis jetzt keinerlei Probleme damit hatte.

Verkabelung

Wie schon bekannt wird das rote Kabel des Dekoders mit dem Schleifer und das braune mit dem Rahmen bzw. den schwarzen Kabeln der Radschleifer verbunden. Weil die Radschleifer beider Drehgestelle vorher auf der Platine verbunden waren, sollte man das jetzt mit einem extra Kabel machen. Es funktioniert zwar auch ohne diese Verbindung, aber wenn alle vier Achsen elektrischen Kontakt zur Schiene haben, erhöht das die Betriebssicherheit. Es ist darauf zu achten, daß die auf der Platine benutzten Masseanschlüsse Verbindung zum Rahmen haben, weil sonst später das Licht nicht geht.
Auf die Kontaktbleche, die zum Motor führen (rote Pfeile), habe ich je eine Drossel mit 3,9 uH gelötet. Diese Drosseln liegen jedem 6090-Set bei. Sie dienen nicht nur der Funkentstörung, sondern schützen auch den Dekoder vor etwaigen Spannungsspitzen. Die anderen Enden der Drosseln werden mit dem blauen bzw. grünen Kabel des Dekoders verbunden. Der schon auf der Platine befindliche Kondensator sollte nicht entfernt werden, weil er ebenfalls der Funkentstörung dient.

Als letztes kommen die Lichtanschlüsse dran. Bei vielen Roco-Lokomotiven haben die Birnen keine richtigen Fassungen, sondern stecken in senkrechten Bohrungen im Rahmen. Von oben drücken Federbleche dagegen, wenn das Plastikgehäuse aufgesetzt wird. Als erstes ist darauf zu achten, das diese Bleche nicht verbogen sind. Sollten sie statt der Birne den Rahmen berühren, wird der Funktionsausgang des Dekoders zerstört. Während die äußeren Enden der vier Federbleche auf die vier Birnen (zwei rote, zwei weiße) drücken, kontaktieren die inneren Enden die entspechenden, blanke Flächen auf der Platine (blaue Pfeile). Dort sind das gelbe und das graue Kabel so anzulöten, das entsprechend der Fahrtrichtung der Lok auf der einen Seite drei weiße und auf der gegenüberliegenden zwei rote Lichter brennen. Wie auf dem Foto ersichtlich, darf man nicht vergessen die in der Längsachse gegenüberlegenden Lötflächen durch Kabel zu verbinden, weil sonst nur zwei statt vier Birnen brennen. Es fehlt ja bekanntlich der Mittelteil der Platine.

Auf diesem Foto habe ich noch eine Lötöse unter eine der Platinenschrauben gelegt und ein Massekabel angelötet (grüner Pfeil). Durch diese Verbindung flackert die Beleuchtung leider ein bißchen. Inzwischen habe ich eine Diode an Masse und eine Diode an das Schleiferkabel gelötet (siehe auch Seite 15: Neue Loks) und dadurch hat der Rahmen jetzt "Dekoderplus". Damit ist das Licht flackerfrei.

Funktionstest

Nun ist die Lok praktisch fertig und sollte anstandslos laufen. Wenn sie nach dem Aufgleisen sofort losrast, ist es schon zu spät. In diesem Fall berührt eines der Motorkabel irgenwo die Masse und es hat den Dekoder zerrissen. Das ist auch bei mir immer der spannenste Moment. Spätestens nach einen zerstörtem Dekoder ist man vorsichtig und arbeitet mit der gebotenen Sorgfalt.
Beim Umbau dieser Lok gab es keine Probleme. Ich befürchtete das der Dekoder nicht in die Lok paßt, weil in der 141 kein Hohlraum in Form des "Dachbuckels" wie bei z.B. der 110 oder 140 zur Verfügung steht, aber das Gehäuse paßte nach dem Umbau einwandfrei. Da ich die Dekoderpotis für Höchstgeschwindigkeit und Anfahr/Bremsverzögerung zuvor auf einen Mittelwert eingestellt hatte, setzt sie sich nach dem Empfang der Fahrstufe 4 sanft in Bewegung. Konstruktionsbedingt sind Roco-Loks leiser als die von Märklin. Auch hier wird ein fünfpoliger Rotor verwendet, was ruckfreie Langsamfahrt erlaubt.
Um die Sonderfunktion des Dekoders zum schalten des Lichtes zu testen, muß das Gehäuse aufgesetzt werden. Es ist unbedingt darauf zu achten das alle Birnen an ihrem Platz sind und keines der Kontaktbleche verbogen ist, sonst darf man gleich einen neuen Dekoder kaufen. Wem diese Kontaktstrecke zu unsicher ist, kann selbstverständlich auch alle Kontaktbleche entfernen und die Kabel direkt an die Birnen löten.
Auch wenn das Licht funktioniert, kann es sein, daß es entgegengesetzt zur Fahrtrichtung brennt. Dann muß das grüne Kabel, das zum Motor führt, gegen das blaue getauscht werden. Das ist einfacher als die vielen Lichtkabel umzulöten.

Viel Erfolg beim Umbau...