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Innenbeleuchtungen selber bauen

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Wenn man Personenwagen mit Innenbeleuchtung ausstatten will, kauft man in der Regel passende Beleuchtungssätze. Diese enthalten alles was man für einen Wagen braucht:

Lichtleitstab mit Glühbirnen
Pukoschleifer
Masseschleifer
Kabel

Leider sind diese Beleuchtungssätze nicht gerade günstig, was das Preis/Leistungsverhältnis angeht. 20 DM gehen so pro D-Zugwagen weg und die Ergebnisse sind keineswegs optimal. Man kann zwar die Lichtverteilung optimieren, aber oft sind die klobigen Lichtleitstäbe von aussen sichtbar, weil sie sehr tief auf der Inneneinrichtung liegen. Das gilt besonders für die Märklinbeleuchtungen älterer Bauart. Ich sah mich also nach einer Möglichkeit um, wie man Innenbeleuchtungen kostengünstig selber herstellen kann.

Es gibt mehrere Möglichkeiten das Licht gleichmäßig in einem Wagen zu verteilen. Zum einen benutzt man nur zwei Birnen und leitet die Lichtstrahlen mittels Lichtleiter dementsprechend um. Das es nicht immer gut funktioniert zeigt die Märklinbeleuchtung 7330 in Abteilwagen. Außerdem ist es schwierig und arbeitsintensiv Lichtleitstäbe aus Plexiglas selbst herzustellen. Eine andere Methode beim Selbstbau von Innenbeleuchtungen ist der Einsatz von LEDs. Die Ergebnisse waren enttäuschend. Abgesehen vom Arbeitsaufwand, ist die Lichtausbeute mager und dieses gelb paßt höchstens in altmodische Waggons. Die dritte Möglichkeit ist der Einsatz von mehreren Glühbirnen. Dadurch steigt zwar der Stromverbrauch, aber da ich die Beleuchtung digital schalte, sind immer nur wenige Züge beleuchtet. Damit sich das Licht im Wagen gleichmäßig verteilen kann, sind die Glühbirnen so hoch wie möglich anzubringen. Zur besseren Lichtausbeute sollte die Dachunterseite eine hohe Reflexionsdichte aufweisen. Letzteres erreicht man, indem man sie mit weißer Farbe anmalt oder weißes Papier aufklebt.
Meine erste Idee zu selbstgebauten Innenbeleuchtungen war Märklin Steckfassungen 60 41 80 auf kleine Stücke Lochrasterplatinen zu löten. Der Einsatz der dazugehörigen Steckbirnen versprach einen schnellen Austausch bei Defekten. Allerdings schreckte mich der hohe Ersatzteilpreis von rund 2 DM pro Birne ab. Im Katalog von Völkner fand ich Glühbirnen 014-057-322 für 0,15 DM/Stück (bei Abnahme von 100 Stück). Diese 24 Volt Birne erschien mir passend zur höhren Spannung des Digitalsystems und mit 40 mA ist sie auch kein Stromfresser. Mit 19 x 5 mm ist sie allerdings relativ groß. Zu groß für Lokbeleuchtungen, aber unter den Wagendächern ist genügend Platz, zumal ich dort keine Lichtleitstäbe habe.

Wie im Foto ersichtlich schnitt ich kleine Stücke aus einer Experimentierplatine und lötete die Birnen an. Dann wurde alles unter dem Wagendach festgeklebt und die restlichlichen Kabel angelötet. Auch wenn das Löten innerhalb des Wagenkastens schwierig aussieht, gestaltet sich der Birnentausch einfach. In dem hier gezeigtem Nahverkehrswagen hatte ich vor 3 Birnen einzusetzen. In der Praxis zeigte sich aber, das die Ausleuchtung des Innenraums mit 4 Birnen gleichmäßiger ist, sodaß ich es nachträglich änderte. Die Birnen werden so warm, das man sie z.T. nicht mehr mehr anfassen kann. Es besteht aber nicht die Gefahr, das sich das Kunststoffdach thermisch verformt, auch wenn die Glühbirnen direkten Kontakt mit dem Plastik haben. Zusätzlich klebte ich Streifen aus hellem, zum Teil lichtdurchlässigem Klebeband auf die Birnen. Es dient in erster Linie dazu das Licht etwas zu dämpfen, sodas direkt unter der Glühbirne kein heller Fleck entsteht.

Um die Wagen untereinander zu verbinden, benutzte ich bei den 27 cm D-Zugwagen von Märklin die einpolige Strom-führende Kupplung 7319. Bei Produkten von Roco oder Wagen bei denen die Märklin Strom-KK nicht paßt, wollte ich zuerst stromführende Kupplungen von Fleischmann oder Roco nehmen, aber das erhöht die Kosten erheblich. Mein Ziel ist es aber die Züge kostengünstig zu beleuchten, deshalb entschied ich mich für Schraubenkupplungsimitationen und ein Kabel von Wagen zu Wagen zu verlegen.

Die Schaltelektronik baue ich in einen Speise- oder Gepäckwagen ein. Sie besteht entweder aus einem k73 mit bistabilem Relais, einem Funktionsdekoder mit monostabilem Relais oder einem Funktionsdekoder mit bistabilem Relais. Die Masseschleifer zu den Rädern baue ich selber. Ich nehme dazu einen biegsamen, versilberden Draht von 0,5 mm Durchmesser, und wickele ihn so um die Achse eines Radsatzes, das sich die Achse noch gut dreht. Für eine flackerfreie Beleuchtung sollten mindestens zwei Achsen so verkabelt werden. An den starren Draht löte ich eine dünne, flexible Litze an. Diese primitiv anmutende Konstruktion hat sich gut bewährt.
Etwas problematischer war die Anbringung der Mittelkontaktschleifer. Es gibt zwar für D-Zugwagen passende Schleifer als Ersatzteil unter der Nummer 41 81 00 zu bestellen, aber der Preis ist doppelt so hoch wie bei einem normalen Schleifer. Aus diesem Grund klebe ich meist Schleifer 7164 unter die Drehgestelle. Bei dreichachsigen Wagen kann man den kurzen Schleifer 7175 mit einen Stück Holz unter den Wagenboden kleben.